Ferne Heimat Karatau – Dokumentarfilm von Marina Anselm im Rahmen der Ausstellung „Unterwegs“

Wann:
15. Oktober 2017 um 15:00 – 16:30
2017-10-15T15:00:00+02:00
2017-10-15T16:30:00+02:00
Wo:
Museum für Europäische Volkstrachten
Kirchpl. 7
41844 Wegberg
Deutschland
Preis:
kostenlos
Kontakt:
Klara Schlömer
02434 99 28 17

Filmvortrag: „Wind in meinem Haar – ferne Heimat Karatau“

In ihrem Dokumentationsfilm geht die Autorin der Frage nach Verwurzelung und Identität nach und dokumentiert dabei ein Stück russlanddeutscher Geschichte, die sich mit all ihren Facetten auch in einem Ort wie Karatau abspielte: Deportation und erzwungene Entwurzelung 1941, das neue Leben und die Verwurzelung in der Fremde in Kasachstan, die allmählich zur Heimat wurde, eine erneute Auswanderung und Entwurzelung – jetzt freiwillig nach Deutschland, in die ehemalige Heimat ihrer Vorfahren.

Der Film ist auch für Marina selbst ein Wiedersehen mit dem Ort ihrer Kindheit Karatau in Kasachstan. Hier wurde sie 1982 geboren und kam 1990 als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland. 2006 war sie dort zum ersten Mal nach der Auswanderung. Als ihre Mutter ankündigte, nach 25 Jahren die alte Heimat besuchen zu wollen, stand die Entscheidung für die Tochter fest: „Wenn ich den Film jetzt nicht mache, dann nie.“

Der in jeder Hinsicht berührende Film geht unter anderem auch den Fragen nach: Warum ist es vielen so schwer gefallen, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, obwohl sie sich als Deutsche verstehen?

Ihre Erzählungen nehmen den Zuschauer mit in die einstige Welt der Russlanddeutschen, in ihre Kultur, ihre Werte und ihre Emotionalität. Das einst deutsche Viertel „West-Berlin“ ersteht so vor den Augen der Zuschauer wieder auf, auch mithilfe von beeindruckenden Schwarzweiß-Fotografien aus der Sowjetzeit.

Zutiefst beeindruckt von der uneingeschränkten Gastfreundlichkeit der ehemaligen Nachbarn und Stadtbewohner – und das in einem Ort, der nach der Auswanderung der Deutschen und Koreaner (die Bevölkerung hatte sich halbiert) in großen Teilen wie eine Geisterstadt aussieht, merkte sie ganz schnell, wie stark sie noch an dieser alten Heimat noch hängt. Auch nach einem Vierteljahrhundert fühlt sie sich, als ob sie nach Hause zurückgekehrt sei.