Mundartnachmittag eine runde Sache

Rundum gelungener Mundartnachmittag im Flachsmuseum

Wieder einmal lud der Heimatverein in Beecks gute Stube ein. Rappelvoll wurde es beim traditionellen mundartnachmittag-01Mundartnachmittag im Flachsmuseum. Vorsitzender Georg Wimmers konnte fast 90 Gäste aus Wegberg und den umliegenden Städten begrüßen, darunter zahlreiche Mundartbegeisterte, die sich auch mit eigenen Beiträgen aktiv beteiligten. Klara Schlömer hatte das Programm zusammengestellt. Gekonnt führte sie durch einen humorvollen, lustigen und manchmal auch nachdenklichen Nachmittag. Hierbei bediente sie sich meist ihrer Muttersprache, dem Beecker Platt. Das Thema: „bejriene, bejrave, bekaffejedronke“ (zu deutsch: beweint, begraben und mit Beerdigungskaffee verabschiedet) schien zunächst schwierig. „Todtraurig“ wurde es dann überhaupt nicht, schwang doch immer der Grundgedanke mit, dass zum Leben auch das Sterben dazugehört. Eingestimmt wurden die Besucher mit Gedanken und Ritualen rund um Palmsonntag natürlich mit geweihten Palmzweigen. „Tant Trien geht es nicht gut“, doch für sie erfüllte sich der Wunsch nach einer guten Sterbestunde. Von erstaunlichen Begebenheiten zur Verwandlung einer ganz normalen in eine „schöne Leiche“ wurde berichtet. Ebenso wie von Erlebnissen während einer Beerdigung aus der Sicht eines früheren Messdieners.

Interessant auch das „standesgemäße“ Sterben: Der Koch gibt den Löffel ab, der Zahnarzt hinterlässt eine schmerzliche Lücke, der Fechter springt über die Klinge und der Tenor hört die Engel singen. So lässt sich von vielen Berufen eine treffliche sprachliche Verbindung schaffen. Die Geheimnisse einer möglichen Auferstehung von den Toten und wie es wohl „da oben“ aussieht, standen in anderen Beiträgen im Vordergrund oder wurden gesanglich betrachtet.

Besonders die wahren Begebenheiten rund um Tod und Begräbnis berührten und stimmten nachdenklich, wie z.B. über erwachsene Kinder, die erst bei der Beerdigung ihres Vaters erkennen konnten, welch guter Mensch er gewesen war.

Zur „Beerdigungskaffeestimmung“ trug auch der typische „effe Streusel“ bei, der zusammen mit „Weck on Kruut“ serviert wurde.