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Ausstellung „Unterwegs“ Die Heimat verlassen – eine neue Heimat finden

Wegberg: „Heimat verlassen und neu finden“ und „Dalheimer Bahnhof als Tor zur neuen Welt“ so titelte die Presse

Am 19. März 2017 war die Ausstellung „Die Heimat verlassen – eine neue Heimat finden“ im Museum für Europäische Volkstrachten mit einer großen Teilnehmerschar eröffnet worden. Weiterlesen

Volkstrachtenmuseum Offizielle Wiedereröffnung mit der Ausstellung „Die Geschichte der Hose“ vom Atelier Gardeur

Museum für Europäische Volkstrachten – offizielle Wiedereröffnung mit der Ausstellung „Die Geschichte der Hose“ vom Atelier Gardeur

Gleich doppelt Grund stolz zu sein hatte der Heimatverein am Sonntag, den 29. Mai 2016. Mit der Eröffnung der Ausstellung „Die Geschichte der Hose“ wurde auch die Wiedereröffnung des Museums für Europäische Volkstrachten gefeiert. Viele Mitglieder, Beecker Bürger und auswärtige Gäste waren der Einladung des Heimatvereins gefolgt.

Nach einer mehrmonatigen Renovierungs- und Umbauphase zeigte sich das Erdgeschoß des Museums in neuem, veränderten Glanz. So war es dem Geschäftsführer, Dieter Göris, Eröffnung VTM Hosenausstellung Gardeur 013 2016 05ein besonderes Anliegen den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zu danken. Er dankte auch den Unternehmen und privaten Sponsoren, die mit dazu beitrugen, dass die Kosten im vertretbaren Rahmen blieben. Hierzu wird auch die Förderung durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW beitragen.

Die Trachten sind nun in  der ersten Etage sowie im Dachgeschoß ausgestellt. Trachten- und Hosenausstellung können jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Nach Voranmeldung sind Führungen für Gruppen jederzeit möglich.

Frau Dr. Broy, stellvertretende Bürgermeisterin, sprach ein Grußwort für die Stadt Wegberg. volkstrachtenmuseum-flachsmuseum-heimatverein-wegberg-beeck-wiedereröffnung-ausstellung-hosen-gardeur-web08Frau Schiffmann-Bürschgens von der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach sowie Gregor Laufenberg für die Firma Gardeur gingen per Power Point Präsentation auf die Entstehung der Wanderausstellung ein. Ihren Ursprung nahm sie im Kopf von 3 Studentinnen der vorgenannten Hochschule. Aus Jena kommend bleibt sie nun bis Ende Oktober in Beeck. Ein weiterer Partner, der Kostüme aus seinem Fundus zur Verfügung stellte, ist das Theater Krefeld/ Mönchengladbach.

Die musikalische Begleitung war beim Vereinsmitglied Reinhard Tillmann in sehr guten Händen.

Ausstellungseröffnung: Feinste Textilarbeiten aus der Schatztruhe

Ausstellungseröffnung: Feinste Textilarbeiten aus der Schatztruhe

Aus dem Lebenswerk von Erdmute Dock

Am 23. August fand die Eröffnung der sehenswerten Sammlung „Feine Textilarbeiten aus der Schatztruhe“ statt. Die Exponate sind allesamt von Frau Erdmute Dock gefertigt und Teil ihres Lebenswerkes. Wer bei Stickerei nur an Kreuzstich, Plattstich oder Hardanger denkt, war sicher begeistert, diese kunstvoll gefertigten Miniaturen zu sehen, die Stickerei auf allerhöchstem Niveau zeigt. Die weit über 80 Jahre alte Dame hatte es sich nicht nehmen lassen, begleitet von ihrer Tochter aus Braunschweig anzureisen, um bei der Ausstellungseröffnung anwesend zu sein.

Marianne Stang vom Klöppelverband und Mitglied im Heimatverein gab den Besuchern zur Ausstellungseröffnung eine Übersicht über die verwendeten Techniken und Besonderheiten der Arbeiten.

Frau Docks Tochter Wilke Horn war es auch, die in bewegenden Worten von den Arbeiten erzählte, die Frau Dock als „Tiere im Zoo“ bezeichnete. Bei den Tieren handelt es sich jedoch nicht um Katzen oder Hunde, sondern um ganz besondere Tiere, die Frau Dock mit Stoff und Garn zum Leben erweckte.

Wilke Horn, Anni Schmitz, Ingeborg Theissen, Erdmute Dock, Marianne Stang

Wilke Horn, Anni Schmitz, Ingeborg Theissen, Erdmute Dock, Marianne Stang

Dem Besucher der Ausstellung, die noch bis zur Winterpause Anfang November 2015 zu sehen ist, begegnen mythische Gestalten wie Greif, Einhorn, Drache, aber auch Hunde und Elche. Als Vorlage dienten Frau Dock Impressionen von Reisen, wie die bemalte Holzdecke von St. Martin in Zillis/Graubünden, Teufelsgestalten aus Kirchen, der Westgiebel des Domes von Pisa, aber auch der Hund Cave Canem auf dem berühmten Mosaik in Pompeij.

Nach ihrer Pensionierung widmete sich die studierte Kunsthistorikerin und spätere Gewerbelehrerin ihrem Hobby, der feinen Stickerei. All Ihre Stickarbeiten führte sie auf Leinen, Baumwolle und Seide aus. Diese kleinen Kunstwerke nennt sie selber lapidar „Versuche“, oder „Merklappen“ die holländische Bezeichnung für Mustertuch. Welch eine Untertreibung, wenn man die aufwendigen Arbeiten sieht, die nicht einfach nur in hellen Beigetönen und allen Abstufungen von weißem Garn gearbeitet sind, sondern auch mit Perlen, Pailletten und anderen Materialien verziert sind. Die kleinen Kunstwerke sind klein, manche nur 10, 12 cm groß. Gearbeitet werden musste daher mit einer Lupe und Wilke Horn ließ nicht unerwähnt, dass ihre Mutter auf einem Auge blind ist.

Nicht nur die Motive und das Material sind bemerkenswert, sondern auch die Technik, in der Frau Dock arbeitete. Kreuzstich findet man bei diesen Kostbarkeiten nicht, dafür so ausgefallene Sticktechniken wie den nur Experten bekannte Mountmellick-Stich, der in Irland des 19. Jahrhunderts entstand oder die niederländische Zaanlandstickerei, die kaum noch jemand beherrscht. Auch allerfeinste selbstgefertigte Spitzen stammen ihrer Hand und sind in der Ausstellung zu bewundern.

Alle Besucher der Ausstellungseröffnung waren nicht nur von den hinreißenden Arbeiten begeistert, sondern auch von der Persönlichkeit der liebenswürdigen alten Dame, die alle mit ihrer freundlichen Art für sich einnahm. Über ihre Arbeiten sagte sie sehr bescheiden: „Wichtig ist mir, Kopf, Herz und Hand in gleicher Weise an meiner Arbeit zu beteiligen: den Kopf für die Technik, das Herz für den Entwurf und die Hand für die Ausführung.“